Unternehmensziele versus Managementmethoden versus Marketingbegriffe

Als ich kürzlich eine Einladung zu einer abendlichen Veranstaltungsreihe in Händen hielt, in der das Thema “Industrie 4.0″ aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt werde sollte, habe ich kurz überlegt, ob ich teilnehmen wollte.

Denn als Spezialist für das Digitale interessiert mich natürlich alles, was im weitesten Sinne mit der “Digitalisierung” zu tun hat und in Zeiten von “Industrie 4.0″ sind Erfahrungen aus den “guten alten CIM Tagen” natürlich nicht mehr zeitgemäß (Anm.: Achtung: Ironie; CIM = Computer Integrated Manufacturing).

Aufgrund meiner Erfahrungen als Online-Händler habe ich heute allerdings eher die Handelsbranche im Blick, dennoch ist mir das produzierende Gewerbe auch nicht so ganz fremd.

Du macht doch was mit “Internet”? – Ja, ich bin im “Internet” zuhause!

so oder so ähnlich könnte eine Projektanfrage bzw. -anbahnung auch aussehen.

Wieder ernsthaft; ich greife das Thema “Industrie 4.0″ aus dem Grund auf , da es aus meiner Sicht aktuell stark forciert – um nicht zu sagen ‘gehypt’ – wird. Zu Recht, wie ich meine, denn der Ansatz ist richtig, auch wenn nur ein Teilaspekt der Digitalisierung betrachtet wird.

“Warten auf Erleuchtung”

schreibt der Wirtschaftspublizist und Medienberater Gunnar Sohn in seiner lesenswerten Kolumne für ‘The European’.

“In einem Kraftakt möchte Deutschland die sogenannte ‘Industrie 4.0′ einführen – und damit die Industrie vernetzen. Bislang ruft das Konzept aber bloß Ahnungslosigkeit hervor.”

“Industrie 4.0″ ist zunächst nicht mehr und nicht weniger als ein reiner Marketingbegriff, genau wie vor Jahren “computer integrated manufacturing” oder “das papierlose Büro”.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert wie folgt:

“‘Industrie 4.0′ ist ein Marketingbegriff, der auch in der Wissenschaftskommunikation verwendet wird, und steht für ein ‘Zukunftsprojekt’ der deutschen Bundesregierung. Die sog. vierte industrielle Revolution zeichnet sich durch Individualisierung bzw. Hybridisierung der Produkte und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in die Geschäftsprozesse aus.”

Nun gilt es, den Marketingbegriff “Industrie 4.0″ mit Leben zu füllen.

Die Pattform Industrie 4.0 definiert die Chancen:

Made in Germany – das zählt gerade im Maschinen- und Anlagenbau als wichtiges Qualitätssiegel: Deutschland ist führend in der Ausrüsterindustrie. Damit das auch in Zukunft gilt, ist es zentral, die Möglichkeiten der Industrie 4.0 frühzeitig zu erschließen. Denn der Wandel, angeschoben durch ITK, wird kommen. Und wir sollten ihn mitgestalten. Nur so sichert sich Deutschland dauerhaft eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb – und die Chancen, die Industrie 4.0 mit sich bringt.

Nach meiner Einschätzung sind nicht wenige Mittelständler eher irritiert als ahnungslos.

An dieser Stelle kann ich nun den Bogen spannen zu den Unternehmenszielen und den Managementmethoden.

Fazit und langer Rede kurzer Sinn

Ausschlaggebend für den Erfolg einer Unternehmung ist ausschließlich, die – richtigen! – Ziele zu setzen, diese konsequent zu verfolgen und umzusetzen!

Es gibt nur einen Kerngedanken, von dem sich alles andere ableiten lässt: Das Unternehmen muss sich voll und ganz auf seine Kunden konzentrieren!

Ziele zu setzen und zu erreichen, dabei helfen Managementmethoden – wie z.B. Value Management und das Methodensystem der Wertanalyse oder auch Quality Function Deployment mit dem sog. House of Quality sowie Berater, die die von ihnen eingesetzten Methoden – hoffentlich – beherrschen.

Die Managementmethoden dürfen aber niemals Selbstzweck sein; sie sind immer nur ein Weg, um Ziele zu erreichen. Sehr oft führen viele Wege nach Rom; sprich verschiedene Methoden führen zum Ziel – vorausgesetzt, die Methoden werden richtig angewandt.

Die “eingängigen” und “wohlklingenden” Marketingbegriffe sind gut und schön – und dazu zähle ich u.a. auch “Industrie 4.0″ sowie “Social Media” oder “Enterprise 2.0″, (bitte beliebige weitere Schlagwörter einsetzen); sie sind auch sinnvoll, wenn jeder weiß, was gemeint ist; es sind aber auch immer nur Namen und Namen sind – frei nach Goethe – sprichwörtlicher Schall und Rauch.

In diesem Sinne wünsche ich gute Unternehmensziele und viel Erfolg bei der konsequenten Umsetzung
Rainer Helmes

Neue Herausforderungen in 2015

Die MiFoMM OHG vollzieht in 2015 den Schritt vom (Online-)Händler zum Dienstleister für Händler und Marken-Hersteller.

Unser Arbeitsschwerpunkt ist der Aufbau und die Optimierung von EDV-gestützten Backoffice*-Prozessen – im weitesten Sinne mit Fokus auf Strategie, Organisation und Technologie.

[* Anm.: Backoffice: Teile (bzw. Prozesse) eines Unternehmens, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sondern für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit notwendig sind.]

Weiter unterstützen wir Marken-Hersteller und Händler bei der strategischen und organisatorischen (Neu-)Ausrichtung für den internationalen E-Commerce.

Hierzu bringe ich Branchenerfahrung aus mehr als 20 Jahren als Händler und als Berater, Moderator und Wertanalytiker mit.

Die Handelslandschaft ändert sich; und die Auswirkungen des Strukturwandels sind nun offensichtlich auch in der Politik angekommen … ein Beispiel von vielen:

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser fordert angesichts des Strukturwandels im Handel wachstums- und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen von der Politik ein.

Ich meine: Es ist Zeit für Fördermaßnahmen von Land, Bund und EU … das wird Schwerpunktthema hier im Blog.

Interessant erscheint mir folgender Hinweis:

Innovationsgutscheine für KMU bis 15.000 EUR möglich!

Innovationsgutscheine_KMU

Aus:  “Auf den Punkt – Informationen für die Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein“. Ich werde diesbzgl. nachfragen.

Ein weiteres wichtiges Thema für uns ist unsere Marke.

Domus Apart stand seit 2006 für unser Sortiment: Edles Design für Haus und Garten.

Domus Apart bringt aber auch den “Plattform-Gedanken” für Präsentation und Vertrieb von qualitativ hochwertigen Marken-Artikeln zum Ausdruck.

Wir bieten unsere Dienstleistung und Beratung weiter unter der Marke Domus Apart an.

MiFoMM – Namensbestandteil unserer Firma –  ist 2005 entstanden aus der Idee zu einer Plattform, die Menschen und Märkte verbindet: Mittelstand Forum Menschen Märkte.

So eine Plattform können wir als kleines Unternehmen alleine nicht verwirklichen; in Kooperation ist vieles möglich.

Auch nicht zu vernachlässigen: Social Media “richtig” nutzen.

Z.Z setzen wir “Social Media” im professionellen Umfeld nur “halbherzig” ein. Es wird eine richtige Herausforderung, die verschiedenen Social-Media-Kanäle, die ich z.Z. überwiegend privat und zu Testzwecken nutze, so zusammenzuführen, dass ein ganzheitliches Bild entsteht. Ich werde es versuchen.

Ausführlicher hierzu habe ich in meinem Einfach-Machen-Blog geschrieben: In 2015 wieder mehr Social Media wagen?

Auch wir wünschen an dieser Stelle noch allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches 2015!

Rainer Helmes

Domus Apart hat seine Pforten

am 6. September 2014 endgültig geschlossen. An diesem Tag ist das Server-Zertifikat für ihreinkauf.domusapart.de abgelaufen, das wir bewusst nicht verlängert haben; denn auch nach Bekanntgabe des Abverkaufes hat sich die Zahl der Besucher unserer Shop-Seite nicht wesentlich erhöht.

Der Abschied vom Shop ist uns nicht leichtgefallen, obwohl er von langer Hand vorbereitet war.

Es war  eine wirtschaftliche Entscheidung: Wenn auch nicht von Anfang an so geplant, war Domus Apart zuletzt ein interessantes – und lohneswertes – Experiment, um zu sehen, was im E-Commerce geht, und was nicht.

Wir haben bewusst auf bezahlte Google-Werbung mit Adwords und Product Listing Ads verzichtet. Erwartungsgemäß verzeichneten wir seit Mitte 2013 einen rapiden Besucherrückgang – zu diesem Zeitpunkt wurde das ehemals kostenlose Google-Shopping kostenpflichtig und die Preise sind explodiert.

Denn es gilt, wer im Internet gefunden werden will, kommt an Google-Anzeigen nicht vorbei. Aber Achtung: diese Kampagnen erfordern viel Erfahrung und viel Zeit; und die Kosten übersteigen sehr schnell das Budget kleiner Händler.

Rechnen kann sich ein Google-Engagement allerdings für kleine Shops, die ausgesuchte Nischenmärkte mit exklusiven Produkten – im Idealfall mit eigenen Handelsmarken – bedienen können.

Rainer Helmes

PS: Unser Abverkauf erfolgt noch bis Ende November 2014 über Yatego: http://www.domusapart.yatego.com/

PPS: Domus Apart ist tot, es lebe Domus Apart!

 

Marken in der Amazon Falle – am Beispiel Sportscheck

Dilemma der Marken: Verkaufen an Marktplätze oder Verkaufen auf Marktplätzen?

Als ich gestern im Blog der Otto Gruppe gelesen hatte, dass Sportscheck Marktplatz werden will, …

“Zum Beispiel könnte fahrrad.de künftig auf dieser Plattform Ware verkaufen, ähnlich wie sie es derzeit auf Amazon machen.”

… kam mir gleich die Amazon-Falle in den Sinn, die zuschlägt, wenn der Marktplatzbetreiber gleichzeitig Wettbewerber ist.

Alexander Graf hat diese Zusammenhänge bzgl. Amazon kürzlich auf Kassenzone ausführlich diskutiert: Wie sieht die beste (Hersteller-) Strategie für & mit Amazon aus?

Allerdings sind Marktplätze aus Sicht der Verbraucher sehr interessant – je größer, desto besser:

Je mehr unterschiedliche Marken ich über eine Plattform beziehen kann, desto besser: ich gebe meine persönlichen Daten nur einmal an, vereinbare einmalig die Zahlungsmodalitäten, und gut ist …

Und die Reichweite von Sportscheck kann sich sehen lassen: Nach eigenen Angaben hat SportScheck 1,1 Millionen Kunden im Versandhandel und der Online-Shop wird jährlich 52 Millionen mal angeklickt.

Sportscheck Screenshot vom 03.06.2014, Rainer Helmes
Screenshot vom 03.06.2014

Alexa.com gibt den ‘Alexa-Rank’ (s. Fußnote) für Deutschland mit 824 an.

Sportscheck Alexa Screenshot vom 03.06.2014, Rainer Helmes
Screenshot vom 03.06.2014

Zum Vergleich und zur Einordnung der heutige ‘Alexa-Rank’ einiger
zufällig ausgewählter Marktplätze

sowie zufällig ausgewählter Sport- und Outdoor-Marken

und – weil im o.g. Zitat erwähnt – von

Für alle Marken heißt das – ganz Allgemein und völlig losgelöst von den gen. Beispielen -, sie müssen sich zukünftig ganz genau überlegen, an wen sie verkaufen; ohne eigene Verkaufsinfrastruktur und B2C-Strategie wird es zunehmend schwerer, sich aus der Marktplatz-Abhängigkeit zu befreien.

Und für Händler ist es eine gute Idee, selbst Markenhersteller zu werden.

Rainer Helmes

—-
[ Fußnote

Der Alexa-Rank sollte nicht überbewertet werden, aufschlussreich ist allerdings die Auswertung der Veränderungen über einen längeren Zeitraum; aber das soll hier nicht Thema sein.

‘Alexa-Rank’ Definition im Original: Traffic Rank in Country
An estimate of this site’s popularity in a specific country.

The rank by country is calculated using a combination of average daily visitors to this site and pageviews on this site from users from that country over the past month. The site with the highest combination of visitors and pageviews is ranked #1 in that country.

Updated Daily]

Können Marktplätze den lokalen Handel retten?

Diese Überschrift habe ich von etailment geklaut

und ich möchte ergänzen:

Können Marktplätze den lokalen Handel und den Online Handel retten?

Aus meiner Sicht: ein klares Jein.

Nein, denn die derzeitigen Modelle belasten die kleinen Händler überproportional.

Ja, nur Marktplätze ermöglichen das wirtschaftliche Überleben kleinerer Anbieter – oder sagen wir für Marktplatz besser Kooperation von selbständigen Handelspartnern, die Backoffice-Prozesse via Internet und Schnittstellen-Software verbinden und somit die eigenen (Fix-)Kosten drastisch senken

[Einschub: als Backoffice bzw. Backoffice-Prozesse bezeichne ich solche Tätigkeiten und Abläufe, die nicht unmittelbar zum Kerngeschäft des Unternehmens zählen, aber dennoch maßgeblich zum Erfolg beitragen.]

Danke Klaus Janke für den interessanten Artikel und Hagen Fisbeck für den ausführlichen Kommentar, es wird höchste Zeit für die Diskussion.

Dass sich gerade vier Zeitungsverlage an Simply Local beteiligen, untermauert meine These, dass auch die Medien-Welt und der E-Commerce zusammenwachsen.

Fakt ist, dass viele kleine Händler – sowohl stationäre als auch reine Online-Händler – in irgendeiner Form kooperieren müssen, da sie alleine wirtschaftlich nicht überleben können.

Eine Shop-Seite ist schnell gebaut und online gestellt – aber damit alleine funktioniert der Online-Handel heute nicht mehr. Die Kosten für das Backoffice und das Marketing werden gerne unterschätzt. Auch funktioniert “Pure-Online” nicht ohne ein stationäres Warenlager mit ausgeklügelter Logistik.

Das Streckengeschäft – oder Dropshipping – ist keine Alternative, denn es funktioniert in der Praxis eher nicht, da es i.d.R. keine klaren Absprachen bzw. keine verbindlichen Vereinbarungen mit Lieferanten und Herstellern gibt … (was passiert im Falle des Widerrufs mit der Ware?, Lieferanten halten zugesagte Lieferzeiten nicht ein, Lieferanten/Hersteller informieren nicht oder nicht rechtzeitig, wenn Produktreihen eingestellt bzw. geändert werden usw. usf. … als kleiner Online Händler haben wir da so einiges erlebt.)

Dennoch: Allein die Tatsache, dass immer mehr Marktplatz-Modelle entstehen, zeigt dass ein Bedarf besteht.

Etailment-Autor Klaus Janke fasst es so zusammen:

“Das Charmante an vielen Marktplatz-Modellen: Sie verbinden die E-Commerce- und die stationäre, statt sie gegeneinander auszuspielen.”

Richtig. Genau das muss das Ziel sein.

Denn so wie die Ketten die Tante-Emma-Läden verdrängt haben, verdrängen große “Pure Player” die kleinen Online-Händler.

Es gibt bereits heute viele interessante Ideen und Kooperationsmodelle – vieles wird auch in dem gen. Artikel angesprochen. Man muss es nur machen. Vor diesem Schritt schrecken immer noch viele Hersteller und Händler zurück.

Die neun Kritikpunkte von Hagen Fisbeck kann ich alle gut nachvollziehen, und ich stimme diesen im Großen und Ganzen zu; allerdings darf das keine Ausrede für ein “Weiter so” sein.
Im Gegenteil: es müssen Lösungen für die gen. Herausforderungen gesucht und gefunden werden …

Zu Punkt 1 des Kommentars: Dass die Digitalisierung nicht vor dem stationären Einzelhändler halt macht, ist ein offenes Geheimnis. Das kann man nun gut finden – oder auch beklagen: auch der stationäre Einzelhändler kommt nicht umhin, sich diesbezügliche Kompetenz zu erarbeiten oder einzukaufen, wenn er im Wettbewerb bestehen will.

Rainer Helmes

Facebook nutzen oder Marketing mit Facebook

Müssen wir jetzt auch auf Facebook?,

werde ich in letzter Zeit öfter gefragt.

Ich würde ja gerne “Ja” oder “Nein” sagen, aber so einfach ist das nicht, es sind sehr viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ich denke allerdings nicht, dass jedes Unternehmen eine Facebook-Seite braucht.

Privat nutze ich Facebook nicht; inwieweit sich weitere geschäftliche Anknüpfungspunkte für Domus Apart finden lassen, ist noch völlig offen.

Das Blog ist für mich das wichtigste “Social Media Werkzeug” überhaupt. Immer vorausgesetzt, es ist authentisch; und ob es authentisch ist, merken die Leser sehr schnell.

“Ein Unternehmen braucht ein Fenster im Web, ansonsten ist es schnell weg vom Fenster.”,

erzähle ich jedem – egal, ob er es hören will oder nicht – bereits seit dem Ende der 90er Jahre; und das gilt m.E. heute mehr denn je, allerdings erwarte ich heute auch mehr als nur eine statische Webseite.

Nun muss diese Seite bzw. das Blog auch gefunden werden; und dabei kann natürlich auch das “Marketing mit Facebook” helfen; wobei ich der Meinung bin, dass heute noch kein Weg an Google vorbeiführt.

Und “Facebook nutzen” und “Marketing mit Facebook” sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Jeder, der Marketing betreibt, weiß, dass er 50% des Einsatzes zum Fenster hinaus wirft; nur weiß er nicht, welche 50% und durch welches Fenster.

Die meisten Facebook-Nutzer, die ich kenne, nutzen den Dienst, um privat mit Familienangehörigen, Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, die weiter entfernt leben. Werbung wird bestenfalls toleriert, wenn diese gut gemacht ist, schlimmstenfalls ist Werbung kontraproduktiv. Ich denke, die wenigsten Nutzer wollen mit “ihren Marken” kommunizieren; sie erwarten allerdings schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn sie Probleme mit Produkten oder Dienstleistungen haben.

Unternehmen können Facebook z.B. als Service-Plattform für ihre Kunden nutzen, wenn sie in der Lage sind, entsprechend schnell auf Anfragen zu reagieren.

Welche Kanäle werden nun tatsächlich vom Online-Handel genutzt?

Der Preisvergleicher idealo wollte es genauer wissen. Ein Ländervergleich soll Aufschluss geben:

50 Top idealo Shops aus 6 Ländern werden bzgl. der Nutzung der Social Media Kanäle verglichen. Der Trend ist eindeutig. Facebook führt (in Deutschland 90%) gefolgt von Twitter und Google+ (in Deutschland jeweils 80%). In Deutschland setzen 50% der untersuchten Händler Blogs ein.

Rainer Helmes

Verletzt die Flipboard-App Urheberrechte?

Auf den ersten Blick gefällt mir Flipboard: ich finde schnell interessante Inhalte aus aller Welt, und ich kann ganz einfach ein “eigenes” Magazin zusammenstellen.

Hierzu habe ich einen kleinen Test gemacht, den ich anhand von Screenshots dokumentiert habe: Magazine zu meinen Arbeits- und Beratungsthemen “Handel im Wandel”, “Handel International” u.ä. sind schnell angelegt und “mit einem Flip” werden interessante Artikel hinzugefügt.

Mein Flipboard

Diese Magazine sind nun öffentlich, und ohne weitere Werbung folgen schnell eine handvoll Leser. Gut, eine handvoll Leser sind nicht viel; aber es gibt auch Magazine mit mehr als 10.000 Lesern.

Müssen Autoren einwilligen, wenn ihre Inhalte “geflippt” werden? Wann sollten oder müssen die Autoren eine Vergütung erhalten? …

Fragen über Fragen. Und alle diese Fragen sollten m.E. auch diskutiert werden.

Auf der anderen Seite wird gerne darauf verwiesen, dass die Autoren doch auch gerade Aufmerksamkeit wollen, und somit froh sein sollen, dass ihre Inhalte weiterverbreitet werden …

Mit dem heutigen Tag beende ich mein kleines Flipboard-Experiment, und zukünftig werde ich  ausschließlich eigene Artikel in mein Magazin “Domus Apart” flippen, diese Artikel dürfen auch gerne unter der Creative Commons CC-BY-SA weiterverbreitet werden.

Aber darüber hinaus führt Flipboard auch ein noch Eigenleben: Inhalte werden auch  eingesammelt, ohne dass sie explizit von Nutzern geflippt werden.

Suche ich z.B. nach dem Twitter-Namen @domusapart

domusapart on flipboard

wird auch folgendes angezeigt

Flipboard presents domusapart

was dann z.B. so aussieht

flipboard presents rainerhelmes

Also auf zum fröhlichen Flippen!?!

Rainer Helmes

Wird Bepado das neue Tradoria?

Das würde mich sehr freuen.

Nach meinen ersten Eindrücken aus der Test- und Betaphase kommt das Bepado-Konzept meinen Vorstellungen von einem erfolgversprechenden B2B2C-Marktplatz schon sehr nahe.

Wie sollte ein solcher Marktplatz aussehen? Ich zitiere mich hier mal selbst (aus Rausverkauf bei Domus Apart):

Business to Business to Consumer Marktplatz

Ich mache kein Hehl daraus, dass mir das “gute alte” Tradoria-Modell vor der Übernahme durch Rakuten sehr gut gefallen hat.

Ein zeitgemäßes B2B2C-Marktplatzkonzept sollte:
  • unabhängige – völlig frei gestaltbare – Markenshops integrieren
  • Backoffice-Prozesse zusammenführen, z.B. Module für Zahlungsabwicklung, Logistik, Online Marketing mit Google Shopping und Adwords, …
Die finale Bepado-Version ist da:

Mit über 1.000 Händlern startet jetzt die finale Version des Online-Marktplatzes Bepado. Die Idee des reinen Händlernetzwerks wurde um eine Endkunden-Komponente erweitert und Bepado tritt jetzt mit dem Anspruch an, den dritten Platz im deutschen Marktplatz-Ranking zu erreichen […]”

Screenshot 16.05.2016

Screenshot 16.05.2014

Rausverkauf bei Domus Apart

Mit einer Rabattaktion räumen wir unser Lager; wir stellen den Online-Verkauf in der jetzigen Form ein.  Alles muss raus.

Mit unserem Shop Domus Apart haben wir gelernt, wie der Online-Handel funktionert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten wir jetzt in einer Größenordnung investieren, die das Ganze uninteressant macht.

Von Anfang an wollten wir den Aufbau eines eigenen Lagers vermeiden.

Steckengeschäft als Vertriebsmodell?

Allerdings stellte sich schnell heraus: das Streckengeschäft ist nicht praktikabel. Ich rate davon ab. Unser Fazit: Ein Online-Händler baut entweder ein eigenes Lager auf (Kapitalintensiv) oder verlegt sich auf die reine Vermittlung von Waren und/oder Dienstleistungen, ohne diese selbst zu erwerben.

Handel im Wandel passiert

Vor 10 Monaten habe ich über unser Branche im Umbruch geschrieben.

Seitdem hat sich viel getan. Die große Bedeutung von “Online” für den Handel stellt heute niemand mehr in Abrede.

E-Commerce boomt.

Gestritten wird noch um den richtigen Weg …

Pure Player oder doch lieber Multichannel?

Die Geschäftsprozesse und Abläufe im Online Handel und beim stationären Verkauf unterscheiden sich diametral; eine Vermischung macht wenig Sinn – ganz im Gegenteil: m.E. sollten Online und Stationär immer getrennte und unabhängig voneinander agierende Geschäftsbereiche sein.

Richtig ist auch, die Online-Umsätze fehlen dem stationären Handel.

“Wolfgang Grupp umarmt auf seine alten Tagen die Moderne. Nicht nur, dass er in Berlin erstmals einen wirklich schicken Trigema-Store in der City eröffnet (der Testlauf für das neue Format erfolgte schon vor Monaten am Flughafen Stuttgart). Auch das Internet hat er längst erobert. Trigema betreibt bereits seit 2008 einen eigenen Webshop.”

Licht und Schatten im E-Commerce

Ein Online-Shop muss entweder groß und bekannt sein oder eine kleine und überschaubare Nische bedienen; mittelgroße Shops – mit Umsätzen zwischen 500.000 und 5.000.000 EUR im Jahr – und mit austauschbaren Produkten – werden es zunehmend schwerer haben.

Man muss kein Prophet sein, um ein großes Shop-Sterben vorauszusehen. Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr als 70% der Online-Shops aufgeben, verkauft oder übernommen werden.

Die drei großen Herausforderungen im E-Commerce

  •  Gefunden werden
  • Transparenz
  • Unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Auf diese Herausforderungen trifft jeder, der via Internet Waren und Dienstleistungen anbietet, und damit bewusst eine große Öffenlichkeit sucht.

Gefunden werden

Eine große Rolle spielt hier sicher die Abhängigkeit von Google, denn die mit Abstand meisten Besucher kommen über die Google-Suche.

Das heißt auch: ohne (Online-)Marketing geht nichts.

Voraussetzung für eine gute Platzierung in der Google-Trefferliste ist eine entsprechend aufbereitete Webseite.

Sowohl die Google Webmaster Tools als auch das Google Merchant Center enhalten mächtige Werkzeuge zur Optimierung der Online-Präsenz und des Shops; sie sind allerdings alles andere als einfach zu handhaben.

Hat jemand Bing gesagt? Für die Microsoft-Suche gilt das oben gesagte natürlich entsprechend – siehe Bing Webmaster Tools.

Das heißt aber auch, dass das der Aufwand für Marketing steigt. An der Werbung mit den sog. PLA (Product Listing Ads), aus Google-Shopping – ehemals Froogle – hervorgegangen, führt m.E. kein Weg vorbei.

Seit Mitte 2013 ist die Google-Shopsuche kostenpflichtig und muss zwingend mit einer Adwords-Kampagne verknüpft werden, und … die Preise explodieren.

Wer viel selbst macht – die Daten müssen sehr sorgfältig anhand der Google-Taxonomie aufbereitet werden-, kann vielleicht mit einem monatlichen Marketing-Budget von 1.500 EUR für die Google Produktsuche starten – ich würde nicht unter 5.000 EUR/Monat beginnen; Spezialisierte Agenturen kosten natürlich entsprechend mehr.

Eine Möglichkeit, sich mittel- bis langfristig von Google-Abhängigkeit zu lösen, ist der Aufbau einer eigenen starken Marke im Web.

Wer weder Eigenmarken hat noch selbst eine Marke ist, wird es zunehmend schwerer haben … und auch der Wettstreit “Herstellermarke vs. Handelsmarke” wird an Schärfe zunehmen.

Mit dem Stichwort “Marken Online” komme ich zur der zweiten und der dritten Herausforderung, die ich hier zusammenfasse …

Transparenz und unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Wer öffentlich publiziert, der will gesucht und gefunden werden – eine Binsenweisheit (s.o.); klingt banal, dennoch führt genau diese Transparenz dazu, dass sich die Rollen und Aufgaben grundlegend ändern werden, die die Partner innerhalb einer Handelskette übernehmen.

Ob es uns (als Händler) nun gefällt oder nicht, Kunden informieren sich vor dem Kauf ihres Wunschproduktes; auch bzgl. des Preises, was ja auch aufgrund der Transparenz sehr einfach ist. Der niedrigste Preis – egal ob online oder in einem lokalen Laden gefunden – ist nun die Referenz, mit der jeder andere Händler (stationär oder online) konfrontiert wird.

Vielleicht ist der Kunde bereit, bei einem Händler seines Vertrauens 20..25% mehr zu bezahlen; aber akzeptiert er auch einen “Aufschlag” von 50% oder gar 100% auf seinen fiktiven Referenz-Preis? Wo liegt die “Schmerzgrenze”?

Nächste Frage: Um wieviel Prozent muss das gleiche Produkt im Ausland günstiger angeboten werden, so dass der Kunde dort kauft?

Ich denke, diese Fragen genügen schon, um zu zeigen, dass der Händler gar nicht mehr nur nach kaufmännischen Gesichtspunkten kalkulieren kann; denn jeder Wettbewerber, der das gleiche Produkt anbietet, befindet sich in seiner unmittelbaren Nähe, auch wenn dieser physikalisch hunderte Kilometer entfernt ist.

Für mich heißt das, neue Formen der Kooperation sind nötig. Aber sind Händler und Hersteller schon dazu bereit? Ich bin überzeugt, der Druck wird weiter zunehmen.

Viele Hersteller übernehmen schon jetzt den Direktvertrieb ihrer Produkte, andere zögern noch, weil sie die gewachsenen Handelsbeziehungen mit Groß- und Zwischenhändlern nicht antasten wollen. Wie lange noch?

Aber auch wenn die Hersteller zum Direktvertrieb übergehen, wird der Zwischenhandel nicht überflüssig; er übernimmt  Lagerhaltung, Distribution, Auslieferung, Inkasso, …

Notwendig sind effiziente Backoffice-Prozesse mit angepassten Schnittstellen – Stichworte: elektronische Rechnung, EDI, EDIFACT, …

Business to Business to Consumer Marktplatz

Ich mache kein Hehl daraus, dass mir das “gute alte” Tradoria-Modell vor der Übernahme durch Rakuten sehr gut gefallen hat.

Ein zeitgemäßes B2B2C-Marktplatzkonzept sollte:

  • unabhängige – völlig frei gestaltbare – Markenshops integrieren
  • Backoffice-Prozesse zusammenführen, z.B. Module für Zahlungsabwicklung, Logistik, Online Marketing mit Google Shopping und Adwords, …

Rainer Helmes

CON Blocks. Stellt AOL die E-Mail unter Generalverdacht?

SPAM ist lästig! Und richtig ist auch, SPAM muss bekämpft werden!

AOL schießt dabei allerdings weit über das Ziel hinaus:

Nach der Implementierung neuer Anti-SPAM-Filter werden Mails offensichtlich nach bestimmten “Auffälligkeiten” durchsucht und entweder zugestellt oder eben auch nicht.

Based on customer feedback we’ve recently made a change to how we handle some types of mail identified as spam. As a result of this change will be issuing more CON:B1 Refuses to mailers sending this type of spam. It is possible that legitimate senders might be negatively impacted by these changes. […]”

Eine geschäftliche E-Mail zur Auftrags- und Versandbestätigung inkl. Link zur Sendungsverfolgung wurde nicht zugestellt und mit folgendem Fehlercode zurückgewiesen:

<xxxxxxx@aol.com>: host mailin-01.mx.aol.com[205.188.159.42] said: 521 5.2.1 :
(CON:B1)  http://postmaster.info.aol.com/errors/554conb1.html

Hier kann man alles und nichts hineininterpretieren:

“The IP address has been blocked due to a spike in unfavorable e-mail statistics.” Undisclosed Reputation (screenshot)

Was soll das?

Kunden, die auf Antworten warten, werden enttäuscht. Hier muss AOL dringend nachbessern.

Rainer Helmes