Facebook nutzen oder Marketing mit Facebook

Müssen wir jetzt auch auf Facebook?,

werde ich in letzter Zeit öfter gefragt.

Ich würde ja gerne „Ja“ oder „Nein“ sagen, aber so einfach ist das nicht, es sind sehr viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ich denke allerdings nicht, dass jedes Unternehmen eine Facebook-Seite braucht.

Privat nutze ich Facebook nicht; inwieweit sich weitere geschäftliche Anknüpfungspunkte für Domus Apart finden lassen, ist noch völlig offen.

Das Blog ist für mich das wichtigste „Social Media Werkzeug“ überhaupt. Immer vorausgesetzt, es ist authentisch; und ob es authentisch ist, merken die Leser sehr schnell.

„Ein Unternehmen braucht ein Fenster im Web, ansonsten ist es schnell weg vom Fenster.“,

erzähle ich jedem – egal, ob er es hören will oder nicht – bereits seit dem Ende der 90er Jahre; und das gilt m.E. heute mehr denn je, allerdings erwarte ich heute auch mehr als nur eine statische Webseite.

Nun muss diese Seite bzw. das Blog auch gefunden werden; und dabei kann natürlich auch das „Marketing mit Facebook“ helfen; wobei ich der Meinung bin, dass heute noch kein Weg an Google vorbeiführt.

Und „Facebook nutzen“ und „Marketing mit Facebook“ sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Jeder, der Marketing betreibt, weiß, dass er 50% des Einsatzes zum Fenster hinaus wirft; nur weiß er nicht, welche 50% und durch welches Fenster.

Die meisten Facebook-Nutzer, die ich kenne, nutzen den Dienst, um privat mit Familienangehörigen, Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, die weiter entfernt leben. Werbung wird bestenfalls toleriert, wenn diese gut gemacht ist, schlimmstenfalls ist Werbung kontraproduktiv. Ich denke, die wenigsten Nutzer wollen mit „ihren Marken“ kommunizieren; sie erwarten allerdings schnelle und unbürokratische Hilfe, wenn sie Probleme mit Produkten oder Dienstleistungen haben.

Unternehmen können Facebook z.B. als Service-Plattform für ihre Kunden nutzen, wenn sie in der Lage sind, entsprechend schnell auf Anfragen zu reagieren.

Welche Kanäle werden nun tatsächlich vom Online-Handel genutzt?

Der Preisvergleicher idealo wollte es genauer wissen. Ein Ländervergleich soll Aufschluss geben:

50 Top idealo Shops aus 6 Ländern werden bzgl. der Nutzung der Social Media Kanäle verglichen. Der Trend ist eindeutig. Facebook führt (in Deutschland 90%) gefolgt von Twitter und Google+ (in Deutschland jeweils 80%). In Deutschland setzen 50% der untersuchten Händler Blogs ein.

Rainer Helmes

Verletzt die Flipboard-App Urheberrechte?

Auf den ersten Blick gefällt mir Flipboard: ich finde schnell interessante Inhalte aus aller Welt, und ich kann ganz einfach ein „eigenes“ Magazin zusammenstellen.

Hierzu habe ich einen kleinen Test gemacht, den ich anhand von Screenshots dokumentiert habe: Magazine zu meinen Arbeits- und Beratungsthemen „Handel im Wandel“, „Handel International“ u.ä. sind schnell angelegt und „mit einem Flip“ werden interessante Artikel hinzugefügt.

Mein Flipboard

Diese Magazine sind nun öffentlich, und ohne weitere Werbung folgen schnell eine handvoll Leser. Gut, eine handvoll Leser sind nicht viel; aber es gibt auch Magazine mit mehr als 10.000 Lesern.

Müssen Autoren einwilligen, wenn ihre Inhalte „geflippt“ werden? Wann sollten oder müssen die Autoren eine Vergütung erhalten? …

Fragen über Fragen. Und alle diese Fragen sollten m.E. auch diskutiert werden.

Auf der anderen Seite wird gerne darauf verwiesen, dass die Autoren doch auch gerade Aufmerksamkeit wollen, und somit froh sein sollen, dass ihre Inhalte weiterverbreitet werden …

Mit dem heutigen Tag beende ich mein kleines Flipboard-Experiment, und zukünftig werde ich  ausschließlich eigene Artikel in mein Magazin „Domus Apart“ flippen, diese Artikel dürfen auch gerne unter der Creative Commons CC-BY-SA weiterverbreitet werden.

Aber darüber hinaus führt Flipboard auch ein noch Eigenleben: Inhalte werden auch  eingesammelt, ohne dass sie explizit von Nutzern geflippt werden.

Suche ich z.B. nach dem Twitter-Namen @domusapart

domusapart on flipboard

wird auch folgendes angezeigt

Flipboard presents domusapart

was dann z.B. so aussieht

flipboard presents rainerhelmes

Also auf zum fröhlichen Flippen!?!

Rainer Helmes

Wird Bepado das neue Tradoria?

Das würde mich sehr freuen.

Nach meinen ersten Eindrücken aus der Test- und Betaphase kommt das Bepado-Konzept meinen Vorstellungen von einem erfolgversprechenden B2B2C-Marktplatz schon sehr nahe.

Wie sollte ein solcher Marktplatz aussehen? Ich zitiere mich hier mal selbst (aus Rausverkauf bei Domus Apart):

Business to Business to Consumer Marktplatz

Ich mache kein Hehl daraus, dass mir das „gute alte“ Tradoria-Modell vor der Übernahme durch Rakuten sehr gut gefallen hat.

Ein zeitgemäßes B2B2C-Marktplatzkonzept sollte:
  • unabhängige – völlig frei gestaltbare – Markenshops integrieren
  • Backoffice-Prozesse zusammenführen, z.B. Module für Zahlungsabwicklung, Logistik, Online Marketing mit Google Shopping und Adwords, …
Die finale Bepado-Version ist da:

Mit über 1.000 Händlern startet jetzt die finale Version des Online-Marktplatzes Bepado. Die Idee des reinen Händlernetzwerks wurde um eine Endkunden-Komponente erweitert und Bepado tritt jetzt mit dem Anspruch an, den dritten Platz im deutschen Marktplatz-Ranking zu erreichen […]“

Screenshot 16.05.2016

Screenshot 16.05.2014

Rausverkauf bei Domus Apart

Mit einer Rabattaktion räumen wir unser Lager; wir stellen den Online-Verkauf in der jetzigen Form ein.  Alles muss raus.

Mit unserem Shop Domus Apart haben wir gelernt, wie der Online-Handel funktionert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten wir jetzt in einer Größenordnung investieren, die das Ganze uninteressant macht.

Von Anfang an wollten wir den Aufbau eines eigenen Lagers vermeiden.

Steckengeschäft als Vertriebsmodell?

Allerdings stellte sich schnell heraus: das Streckengeschäft ist nicht praktikabel. Ich rate davon ab. Unser Fazit: Ein Online-Händler baut entweder ein eigenes Lager auf (Kapitalintensiv) oder verlegt sich auf die reine Vermittlung von Waren und/oder Dienstleistungen, ohne diese selbst zu erwerben.

Handel im Wandel passiert

Vor 10 Monaten habe ich über unser Branche im Umbruch geschrieben.

Seitdem hat sich viel getan. Die große Bedeutung von „Online“ für den Handel stellt heute niemand mehr in Abrede.

E-Commerce boomt.

Gestritten wird noch um den richtigen Weg …

Pure Player oder doch lieber Multichannel?

Die Geschäftsprozesse und Abläufe im Online Handel und beim stationären Verkauf unterscheiden sich diametral; eine Vermischung macht wenig Sinn – ganz im Gegenteil: m.E. sollten Online und Stationär immer getrennte und unabhängig voneinander agierende Geschäftsbereiche sein.

Richtig ist auch, die Online-Umsätze fehlen dem stationären Handel.

„Wolfgang Grupp umarmt auf seine alten Tagen die Moderne. Nicht nur, dass er in Berlin erstmals einen wirklich schicken Trigema-Store in der City eröffnet (der Testlauf für das neue Format erfolgte schon vor Monaten am Flughafen Stuttgart). Auch das Internet hat er längst erobert. Trigema betreibt bereits seit 2008 einen eigenen Webshop.“

Licht und Schatten im E-Commerce

Ein Online-Shop muss entweder groß und bekannt sein oder eine kleine und überschaubare Nische bedienen; mittelgroße Shops – mit Umsätzen zwischen 500.000 und 5.000.000 EUR im Jahr – und mit austauschbaren Produkten – werden es zunehmend schwerer haben.

Man muss kein Prophet sein, um ein großes Shop-Sterben vorauszusehen. Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr als 70% der Online-Shops aufgeben, verkauft oder übernommen werden.

Die drei großen Herausforderungen im E-Commerce

  •  Gefunden werden
  • Transparenz
  • Unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Auf diese Herausforderungen trifft jeder, der via Internet Waren und Dienstleistungen anbietet, und damit bewusst eine große Öffenlichkeit sucht.

Gefunden werden

Eine große Rolle spielt hier sicher die Abhängigkeit von Google, denn die mit Abstand meisten Besucher kommen über die Google-Suche.

Das heißt auch: ohne (Online-)Marketing geht nichts.

Voraussetzung für eine gute Platzierung in der Google-Trefferliste ist eine entsprechend aufbereitete Webseite.

Sowohl die Google Webmaster Tools als auch das Google Merchant Center enhalten mächtige Werkzeuge zur Optimierung der Online-Präsenz und des Shops; sie sind allerdings alles andere als einfach zu handhaben.

Hat jemand Bing gesagt? Für die Microsoft-Suche gilt das oben gesagte natürlich entsprechend – siehe Bing Webmaster Tools.

Das heißt aber auch, dass das der Aufwand für Marketing steigt. An der Werbung mit den sog. PLA (Product Listing Ads), aus Google-Shopping – ehemals Froogle – hervorgegangen, führt m.E. kein Weg vorbei.

Seit Mitte 2013 ist die Google-Shopsuche kostenpflichtig und muss zwingend mit einer Adwords-Kampagne verknüpft werden, und … die Preise explodieren.

Wer viel selbst macht – die Daten müssen sehr sorgfältig anhand der Google-Taxonomie aufbereitet werden-, kann vielleicht mit einem monatlichen Marketing-Budget von 1.500 EUR für die Google Produktsuche starten – ich würde nicht unter 5.000 EUR/Monat beginnen; Spezialisierte Agenturen kosten natürlich entsprechend mehr.

Eine Möglichkeit, sich mittel- bis langfristig von Google-Abhängigkeit zu lösen, ist der Aufbau einer eigenen starken Marke im Web.

Wer weder Eigenmarken hat noch selbst eine Marke ist, wird es zunehmend schwerer haben … und auch der Wettstreit „Herstellermarke vs. Handelsmarke“ wird an Schärfe zunehmen.

Mit dem Stichwort „Marken Online“ komme ich zur der zweiten und der dritten Herausforderung, die ich hier zusammenfasse …

Transparenz und unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Wer öffentlich publiziert, der will gesucht und gefunden werden – eine Binsenweisheit (s.o.); klingt banal, dennoch führt genau diese Transparenz dazu, dass sich die Rollen und Aufgaben grundlegend ändern werden, die die Partner innerhalb einer Handelskette übernehmen.

Ob es uns (als Händler) nun gefällt oder nicht, Kunden informieren sich vor dem Kauf ihres Wunschproduktes; auch bzgl. des Preises, was ja auch aufgrund der Transparenz sehr einfach ist. Der niedrigste Preis – egal ob online oder in einem lokalen Laden gefunden – ist nun die Referenz, mit der jeder andere Händler (stationär oder online) konfrontiert wird.

Vielleicht ist der Kunde bereit, bei einem Händler seines Vertrauens 20..25% mehr zu bezahlen; aber akzeptiert er auch einen „Aufschlag“ von 50% oder gar 100% auf seinen fiktiven Referenz-Preis? Wo liegt die „Schmerzgrenze“?

Nächste Frage: Um wieviel Prozent muss das gleiche Produkt im Ausland günstiger angeboten werden, so dass der Kunde dort kauft?

Ich denke, diese Fragen genügen schon, um zu zeigen, dass der Händler gar nicht mehr nur nach kaufmännischen Gesichtspunkten kalkulieren kann; denn jeder Wettbewerber, der das gleiche Produkt anbietet, befindet sich in seiner unmittelbaren Nähe, auch wenn dieser physikalisch hunderte Kilometer entfernt ist.

Für mich heißt das, neue Formen der Kooperation sind nötig. Aber sind Händler und Hersteller schon dazu bereit? Ich bin überzeugt, der Druck wird weiter zunehmen.

Viele Hersteller übernehmen schon jetzt den Direktvertrieb ihrer Produkte, andere zögern noch, weil sie die gewachsenen Handelsbeziehungen mit Groß- und Zwischenhändlern nicht antasten wollen. Wie lange noch?

Aber auch wenn die Hersteller zum Direktvertrieb übergehen, wird der Zwischenhandel nicht überflüssig; er übernimmt  Lagerhaltung, Distribution, Auslieferung, Inkasso, …

Notwendig sind effiziente Backoffice-Prozesse mit angepassten Schnittstellen – Stichworte: elektronische Rechnung, EDI, EDIFACT, …

Business to Business to Consumer Marktplatz

Ich mache kein Hehl daraus, dass mir das „gute alte“ Tradoria-Modell vor der Übernahme durch Rakuten sehr gut gefallen hat.

Ein zeitgemäßes B2B2C-Marktplatzkonzept sollte:

  • unabhängige – völlig frei gestaltbare – Markenshops integrieren
  • Backoffice-Prozesse zusammenführen, z.B. Module für Zahlungsabwicklung, Logistik, Online Marketing mit Google Shopping und Adwords, …

Rainer Helmes