Strategie und Organisation: Umsetzung im E-Commerce

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger“, Seneca.

Der Handel muss sich neu erfinden.

„Nur Händler, die ihr Kerngeschäft um flexible Konzepte erweitern, haben zukünftig eine Chance.“,

so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln.

Was bedeutet „Strategische Unternehmehmensberatung“ und wann macht diese für Ihr Unternehmen Sinn?

Eine strategische Unterstützung ist immer dann sinnvoll, wenn die Geschäftsleitung entscheidende Unternehmensziele weiterentwickeln oder auch ändern will. Um einen wertfreien und unvoreingenommenen Blick auf das eigene Unternehmen zu erhalten, macht es sich oft bezahlt, mit externen Beratern zusammenzuarbeiten, die über die entsprechende Methodenkompetenz verfügen.

Kennzahlen zu ermitteln sowie eine mitlaufende Kalkulation zu erstellen, ist das eine, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, das andere. Hierzu gehört die richtige Mischung aus Branchenerfahrung und Methodenkompetenz.

Die Welle der Disruption, die große Teile unserer Branche erreicht hat, beobachte ich mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich komplett neu erfinden zu müssen; Veränderungen sind schmerzhaft, bieten aber auch viele neue Chancen. Entscheidend für den Erfolg von Veränderungsprozessen ist, die beteiligten Mitarbeiter frühzeitig einzubeziehen.

Zwei interessante Werkzeuge, die ich hierzu gerne einsetze, möchte ich kurz vorstellen:

Da ist zum einen das House of Quality, eine Methode, die ursprünglich aus dem Qualitätsmanagement stammt, und zum anderen die Balanced Scorecard nach Kaplan/Norton, aus dem Controlling.

Das HoQ – House of Quality – verknüpft Funktionen über die Fragestellungen „WAS? (was will der Kunde?)“ und „WIE? (wie setzen wir die Kundenwünsche strategisch/technisch um?)“.

Die Funktionen eines Produktes oder eines Prozesses erhält man aus der Funktionenanalyse; die Funktionenanalyse ist wichtiger Bestandteil der Wertanalyse nach DIN 69910 und EN 12973. Die vielzitierte Funktion einer Glühbirne ist z.B. „Licht spenden“. Funktionen werden nach Kosten, Umsetzungsaufwand sowie Wertigkeit gewichtet und können einzeln betrachtet und – entsprechend der Zielsetzung – optimiert werden.

Bei der Balanced Scorecard, aus dem Controlling heraus entwickelt, handelt es sich um ein Kennzahlensystem, das die Betrachtung des Unternehmens bzw. der Unternehmensstrategie aus bis zu vier Perspektiven erlaubt und neben den „harten Zahlen“ auch die „weichen Faktoren“ berücksichtigt. Die ursprünglichen Perspektiven nach Kaplan/Norton sind die Kundenperspektive, die Finanzperspektive, die inneren Geschäftsprozesse sowie das Lernen und die Entwicklung der Organisation.

Für die Strategieentwicklung und für die Erfolgskontrolle während der Umsetzung empfehle ich, Kennzahlen für die folgenden Perspektiven zu entwickeln:

  • Kundenzufriedenheit, das heißt den Erfüllungsgrad der Umsetzung der Kundenwünsche aus Kundensicht
  • Finanzierung
  • Technologie, d.h. den Erfüllungsgrad der Umsetzung der Kundenwünsche aus interner Sicht
  • Interne Prozesse

Wichtig für eine erfolgreiche Einführung der o.g. Werkzeuge ist – und das gilt m.E. generell für die Einführung von (Projekt-) Management Methoden aller Art -, dass diese individuell an das Unternehmen bzw. die Organisation angepasst werden. Das setzt auch voraus, dass die verantwortlichen Personen die Methoden nicht nur kennen, sondern auch die Anwendung im Detail beherrschen; und „beherrschen“ heißt für mich auch, die Methoden weiterentwickeln und an neue Anforderungen anpassen.

Kreuztal, im Mai 2014
Rainer Helmes

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