Neue Herausforderungen in 2015

Die MiFoMM OHG vollzieht in 2015 den Schritt vom (Online-)Händler zum Dienstleister für Händler und Marken-Hersteller.

Unser Arbeitsschwerpunkt ist der Aufbau und die Optimierung von EDV-gestützten Backoffice*-Prozessen – im weitesten Sinne mit Fokus auf Strategie, Organisation und Technologie.

[* Anm.: Backoffice: Teile (bzw. Prozesse) eines Unternehmens, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sondern für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit notwendig sind.]

Weiter unterstützen wir Marken-Hersteller und Händler bei der strategischen und organisatorischen (Neu-)Ausrichtung für den internationalen E-Commerce.

Hierzu bringe ich Branchenerfahrung aus mehr als 20 Jahren als Händler und als Berater, Moderator und Wertanalytiker mit.

Die Handelslandschaft ändert sich; und die Auswirkungen des Strukturwandels sind nun offensichtlich auch in der Politik angekommen … ein Beispiel von vielen:

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser fordert angesichts des Strukturwandels im Handel wachstums- und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen von der Politik ein.

Ich meine: Es ist Zeit für Fördermaßnahmen von Land, Bund und EU … das wird Schwerpunktthema hier im Blog.

Interessant erscheint mir folgender Hinweis:

Innovationsgutscheine für KMU bis 15.000 EUR möglich!

Innovationsgutscheine_KMU

Aus:  „Auf den Punkt – Informationen für die Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein„. Ich werde diesbzgl. nachfragen.

Ein weiteres wichtiges Thema für uns ist unsere Marke.

Domus Apart stand seit 2006 für unser Sortiment: Edles Design für Haus und Garten.

Domus Apart bringt aber auch den „Plattform-Gedanken“ für Präsentation und Vertrieb von qualitativ hochwertigen Marken-Artikeln zum Ausdruck.

Wir bieten unsere Dienstleistung und Beratung weiter unter der Marke Domus Apart an.

MiFoMM – Namensbestandteil unserer Firma –  ist 2005 entstanden aus der Idee zu einer Plattform, die Menschen und Märkte verbindet: Mittelstand Forum Menschen Märkte.

So eine Plattform können wir als kleines Unternehmen alleine nicht verwirklichen; in Kooperation ist vieles möglich.

Auch nicht zu vernachlässigen: Social Media „richtig“ nutzen.

Z.Z setzen wir „Social Media“ im professionellen Umfeld nur „halbherzig“ ein. Es wird eine richtige Herausforderung, die verschiedenen Social-Media-Kanäle, die ich z.Z. überwiegend privat und zu Testzwecken nutze, so zusammenzuführen, dass ein ganzheitliches Bild entsteht. Ich werde es versuchen.

Ausführlicher hierzu habe ich in meinem Einfach-Machen-Blog geschrieben: In 2015 wieder mehr Social Media wagen?

Auch wir wünschen an dieser Stelle noch allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches 2015!

Rainer Helmes

Domus Apart hat seine Pforten

am 6. September 2014 endgültig geschlossen. An diesem Tag ist das Server-Zertifikat für ihreinkauf.domusapart.de abgelaufen, das wir bewusst nicht verlängert haben; denn auch nach Bekanntgabe des Abverkaufes hat sich die Zahl der Besucher unserer Shop-Seite nicht wesentlich erhöht.

Der Abschied vom Shop ist uns nicht leichtgefallen, obwohl er von langer Hand vorbereitet war.

Es war  eine wirtschaftliche Entscheidung: Wenn auch nicht von Anfang an so geplant, war Domus Apart zuletzt ein interessantes – und lohneswertes – Experiment, um zu sehen, was im E-Commerce geht, und was nicht.

Wir haben bewusst auf bezahlte Google-Werbung mit Adwords und Product Listing Ads verzichtet. Erwartungsgemäß verzeichneten wir seit Mitte 2013 einen rapiden Besucherrückgang – zu diesem Zeitpunkt wurde das ehemals kostenlose Google-Shopping kostenpflichtig und die Preise sind explodiert.

Denn es gilt, wer im Internet gefunden werden will, kommt an Google-Anzeigen nicht vorbei. Aber Achtung: diese Kampagnen erfordern viel Erfahrung und viel Zeit; und die Kosten übersteigen sehr schnell das Budget kleiner Händler.

Rechnen kann sich ein Google-Engagement allerdings für kleine Shops, die ausgesuchte Nischenmärkte mit exklusiven Produkten – im Idealfall mit eigenen Handelsmarken – bedienen können.

Rainer Helmes

PS: Unser Abverkauf erfolgt noch bis Ende November 2014 über Yatego: http://www.domusapart.yatego.com/

PPS: Domus Apart ist tot, es lebe Domus Apart!

 

Rausverkauf bei Domus Apart

Mit einer Rabattaktion räumen wir unser Lager; wir stellen den Online-Verkauf in der jetzigen Form ein.  Alles muss raus.

Mit unserem Shop Domus Apart haben wir gelernt, wie der Online-Handel funktionert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten wir jetzt in einer Größenordnung investieren, die das Ganze uninteressant macht.

Von Anfang an wollten wir den Aufbau eines eigenen Lagers vermeiden.

Steckengeschäft als Vertriebsmodell?

Allerdings stellte sich schnell heraus: das Streckengeschäft ist nicht praktikabel. Ich rate davon ab. Unser Fazit: Ein Online-Händler baut entweder ein eigenes Lager auf (Kapitalintensiv) oder verlegt sich auf die reine Vermittlung von Waren und/oder Dienstleistungen, ohne diese selbst zu erwerben.

Handel im Wandel passiert

Vor 10 Monaten habe ich über unser Branche im Umbruch geschrieben.

Seitdem hat sich viel getan. Die große Bedeutung von „Online“ für den Handel stellt heute niemand mehr in Abrede.

E-Commerce boomt.

Gestritten wird noch um den richtigen Weg …

Pure Player oder doch lieber Multichannel?

Die Geschäftsprozesse und Abläufe im Online Handel und beim stationären Verkauf unterscheiden sich diametral; eine Vermischung macht wenig Sinn – ganz im Gegenteil: m.E. sollten Online und Stationär immer getrennte und unabhängig voneinander agierende Geschäftsbereiche sein.

Richtig ist auch, die Online-Umsätze fehlen dem stationären Handel.

„Wolfgang Grupp umarmt auf seine alten Tagen die Moderne. Nicht nur, dass er in Berlin erstmals einen wirklich schicken Trigema-Store in der City eröffnet (der Testlauf für das neue Format erfolgte schon vor Monaten am Flughafen Stuttgart). Auch das Internet hat er längst erobert. Trigema betreibt bereits seit 2008 einen eigenen Webshop.“

Licht und Schatten im E-Commerce

Ein Online-Shop muss entweder groß und bekannt sein oder eine kleine und überschaubare Nische bedienen; mittelgroße Shops – mit Umsätzen zwischen 500.000 und 5.000.000 EUR im Jahr – und mit austauschbaren Produkten – werden es zunehmend schwerer haben.

Man muss kein Prophet sein, um ein großes Shop-Sterben vorauszusehen. Ich gehe davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre mehr als 70% der Online-Shops aufgeben, verkauft oder übernommen werden.

Die drei großen Herausforderungen im E-Commerce

  •  Gefunden werden
  • Transparenz
  • Unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Auf diese Herausforderungen trifft jeder, der via Internet Waren und Dienstleistungen anbietet, und damit bewusst eine große Öffenlichkeit sucht.

Gefunden werden

Eine große Rolle spielt hier sicher die Abhängigkeit von Google, denn die mit Abstand meisten Besucher kommen über die Google-Suche.

Das heißt auch: ohne (Online-)Marketing geht nichts.

Voraussetzung für eine gute Platzierung in der Google-Trefferliste ist eine entsprechend aufbereitete Webseite.

Sowohl die Google Webmaster Tools als auch das Google Merchant Center enhalten mächtige Werkzeuge zur Optimierung der Online-Präsenz und des Shops; sie sind allerdings alles andere als einfach zu handhaben.

Hat jemand Bing gesagt? Für die Microsoft-Suche gilt das oben gesagte natürlich entsprechend – siehe Bing Webmaster Tools.

Das heißt aber auch, dass das der Aufwand für Marketing steigt. An der Werbung mit den sog. PLA (Product Listing Ads), aus Google-Shopping – ehemals Froogle – hervorgegangen, führt m.E. kein Weg vorbei.

Seit Mitte 2013 ist die Google-Shopsuche kostenpflichtig und muss zwingend mit einer Adwords-Kampagne verknüpft werden, und … die Preise explodieren.

Wer viel selbst macht – die Daten müssen sehr sorgfältig anhand der Google-Taxonomie aufbereitet werden-, kann vielleicht mit einem monatlichen Marketing-Budget von 1.500 EUR für die Google Produktsuche starten – ich würde nicht unter 5.000 EUR/Monat beginnen; Spezialisierte Agenturen kosten natürlich entsprechend mehr.

Eine Möglichkeit, sich mittel- bis langfristig von Google-Abhängigkeit zu lösen, ist der Aufbau einer eigenen starken Marke im Web.

Wer weder Eigenmarken hat noch selbst eine Marke ist, wird es zunehmend schwerer haben … und auch der Wettstreit „Herstellermarke vs. Handelsmarke“ wird an Schärfe zunehmen.

Mit dem Stichwort „Marken Online“ komme ich zur der zweiten und der dritten Herausforderung, die ich hier zusammenfasse …

Transparenz und unmittelbare Nähe des Wettbewerbers

Wer öffentlich publiziert, der will gesucht und gefunden werden – eine Binsenweisheit (s.o.); klingt banal, dennoch führt genau diese Transparenz dazu, dass sich die Rollen und Aufgaben grundlegend ändern werden, die die Partner innerhalb einer Handelskette übernehmen.

Ob es uns (als Händler) nun gefällt oder nicht, Kunden informieren sich vor dem Kauf ihres Wunschproduktes; auch bzgl. des Preises, was ja auch aufgrund der Transparenz sehr einfach ist. Der niedrigste Preis – egal ob online oder in einem lokalen Laden gefunden – ist nun die Referenz, mit der jeder andere Händler (stationär oder online) konfrontiert wird.

Vielleicht ist der Kunde bereit, bei einem Händler seines Vertrauens 20..25% mehr zu bezahlen; aber akzeptiert er auch einen „Aufschlag“ von 50% oder gar 100% auf seinen fiktiven Referenz-Preis? Wo liegt die „Schmerzgrenze“?

Nächste Frage: Um wieviel Prozent muss das gleiche Produkt im Ausland günstiger angeboten werden, so dass der Kunde dort kauft?

Ich denke, diese Fragen genügen schon, um zu zeigen, dass der Händler gar nicht mehr nur nach kaufmännischen Gesichtspunkten kalkulieren kann; denn jeder Wettbewerber, der das gleiche Produkt anbietet, befindet sich in seiner unmittelbaren Nähe, auch wenn dieser physikalisch hunderte Kilometer entfernt ist.

Für mich heißt das, neue Formen der Kooperation sind nötig. Aber sind Händler und Hersteller schon dazu bereit? Ich bin überzeugt, der Druck wird weiter zunehmen.

Viele Hersteller übernehmen schon jetzt den Direktvertrieb ihrer Produkte, andere zögern noch, weil sie die gewachsenen Handelsbeziehungen mit Groß- und Zwischenhändlern nicht antasten wollen. Wie lange noch?

Aber auch wenn die Hersteller zum Direktvertrieb übergehen, wird der Zwischenhandel nicht überflüssig; er übernimmt  Lagerhaltung, Distribution, Auslieferung, Inkasso, …

Notwendig sind effiziente Backoffice-Prozesse mit angepassten Schnittstellen – Stichworte: elektronische Rechnung, EDI, EDIFACT, …

Business to Business to Consumer Marktplatz

Ich mache kein Hehl daraus, dass mir das „gute alte“ Tradoria-Modell vor der Übernahme durch Rakuten sehr gut gefallen hat.

Ein zeitgemäßes B2B2C-Marktplatzkonzept sollte:

  • unabhängige – völlig frei gestaltbare – Markenshops integrieren
  • Backoffice-Prozesse zusammenführen, z.B. Module für Zahlungsabwicklung, Logistik, Online Marketing mit Google Shopping und Adwords, …

Rainer Helmes

Domus Apart versteht sich als Dienstleister für Designer und Markenhersteller

… eine kleine Ergänzung zu der gestern veröffentlichten Suche nach Kooperationspartnern.

Lesen Sie in The Europe Blog:

Internationalisation – a great challenge for brands as well as for Domus Apart

Die Quintessenz:

Markenhersteller sollten die volle Kontrolle über Preisgestaltung, Produktbeschreibungen sowie das (Online-)Marketing behalten.

Als Full Service Provider unterstützen wir Designer und Markenhersteller, so dass diese vom guten Namen Domus Apart profitieren und die Marke zusätzlich über unsere Netzwerke bekannt wird.

Domus Apart – eine weitere Plattform im Internet – oder neue Wege der Kooperation?

Domus Apart – Eine Definition und der Versuch einer Einordnung; sozusagen eine Art Zwischenbilanz nach 6 Jahren Online-Handel …

Nach der etwas verfrühten und so nicht geplanten Trennung von Rakuten im letzten Jahr stehe ich nun dem ganzen „Marktplatz im Internet“-Komplex etwas zwiegespalten gegenüber..

Aber der Reihe nach:

Domus Apart ist 2006 online gegangen – als eigenständiger Shop sowie auf diversen Verkaufsplattformen und eben auch als Tradoria-Shop. Am ehesten hat uns damals das Konzept von Tradoria überzeugt, aber das ist Geschichte.

Gegenüber den diversen Marktplatz-Lösungen bietet ein in Eigenregie betriebener Shop alle Vorteile der vollen Gestaltungsfreiheit, aber …

diese Freiheit hat natürlich auch ihren Preis.

Eine der großen Herausforderungen ist, die Auffindbarkeit sicherzustellen, in einem gewaltigen Meer – das sich Internet nennt. Der hierzu notwendige Aufwand für Marketing und für die sog. SEO-Maßnahmen übersteigt sehr schnell das vorhandene Budget und frisst den Gewinn auf.

Aus meiner Sicht wird die Masse der kleinen autonomen Shops – dazu zählt auch unser Domus Apart Shop – in Zukunft bestenfalls ein (gutes) Zubrot liefern, aber niemals alleine das wirtschaftliche Überleben der Inhaber sichern.

Der Verkauf über eBay oder Marktplätze wie Amazon oder Rakuten ist eine Alternative – wenn auch nicht immer die lukrativste. Bzgl. Amazon kommt noch hinzu, dass es nahezu unmöglich ist, konform zu deutschen Gesetzen und Bestimmungen zu verkaufen und zu Rakuten möchte ich kein weiteres Wort verlieren.

Für die meisten kleinen Shops gilt also, sofern der Shop für mehr als nur ein Zubrot gut sein soll, dass die Inhaber irgendwann eine irgendwie geartete Kooperation eingehen müssen. Domus Apart ist so ein kleiner Shop – ich weiß also wovon ich schreibe.

Ich unterstreiche „eine irgendwie geartete Kooperation„, denn z.Z. entstehen viele neue Modelle, und viele weitere Modelle sind vorstellbar, die es so noch nicht gibt.

Wir suchen Kooperationen mit Händlern, Herstellern und Designern für den Aufbau einer Präsentationsplattform – mit angeschlossenem Verkauf  sowie angebundener Versandlogistik und Zahlungsabwicklung – für Designer-Produkte – im weitesten Sinne. Die Internationalisierung – sprich ein Angebot für den gesamten EURO-Raum – soll hierbei groß geschrieben werden; daher freuen wir uns auch auf Partner aus anderen Staaten.

Bei Interesse an einer Zusammenarbeit nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Sie.

Rainer Helmes

PIN – Vorschaubild: Domus Apart sucht Kooperationsparter

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Und tschüss Rakuten …

Mitte 2011 hat der japanische Internet-Konzern Rakuten  80% der Tradoria GmbH aus Bamberg übernommen. Anfang 2012 erfolgte dann die Umbenennung in Rakuten Deutschland GmbH.

Und im Oktober 2012 positioniert sich Rakuten neu (Pressemitteilung vom 01.10.2012).

Meinung:

Diese Neuausrichtung bedeutet einen völligen Bruch mit der – sehr guten – Strategie von Tradoria: mit Rakuten Connect wird das endgültiges Aus von eigenständigen Shops unter einer Dachmarke – ehemals Tradoria, jetzt Rakuten – eingeleitet.

Beate Rank – Gründerin von Tradoria und jetzt Geschäftsführerin der Rakuten Deutschland GmbH – antwortet auf die Frage, ob Rakuten nun zu „einem Einheitsbrei“ irgendwo zwischen Amazon und EBay werde:

Keineswegs, denn Rakuten hebt sich ganz deutlich von Amazon und anderen Marktplätzen ab: Die wenigsten der Käufer auf Amazon nehmen überhaupt wahr, dass sie sich auf einem Marktplatz mit verschiedenen Händlern befinden. Sie gehen in der Regel davon aus, direkt bei Amazon gekauft zu haben, ganz egal, welcher Händler nun tatsächlich der Geschäftspartner ist.

Ich lese diese Worte und bin dennoch überzeugt, dass sich Rakuten genau dorthin entwickelt: eine reine Portallösung nach dem Vorbild von Amazon, jedoch ohne den Bekanntheitsgrad von Amazon.

Im Portal ChannelPartner / Handel  lässt sich Mark Kirschner – Vice CMO von Rakuten – unter der Überschrift „Rakuten kann die weltweite Nummer Eins werden“ wie folgt zitieren:

Während die anderen Plattformen vor allem Produkt-getrieben sind, setzen wir darauf, dass unsere Kunden richtige Marken-Beziehungen zu unseren Händlern aufbauen.

In dieser kurzen Aussage zeigt sich m.E. das ganze Dilemma, in dem Rakuten steckt:

Rakuten ist sich offensichtlich noch nicht im Klaren darüber, wer die eigenen Kunden sind oder sein sollen. Sind es die Händler, die Rakuten unter Vertrag hat, oder sind es die Verbraucher, die über das Rakuten-Portal kaufen?

Amazon wird als „Produkt-getrieben“ kritisiert, da Amazon selbst an Verbraucher verkauft und somit Wettbewerber seiner Marketplace-Händler ist, während Rakuten (noch) den eigenen Verkauf ausschließt. Nach meiner Wahrnehmung erweckt Rakuten allerdings bei Verbrauchern zunehmend den Eindruck, selbst Anbieter der Produkte zu sein und drängt seine Händler (die eigenen Kunden!?!) mehr und mehr in den Hintergrund. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dagegen steht ein weiteres Zitat von Beate Rank: „Wir stellen den einzelnen Händler und dessen Sortiment in den Fokus,…“; und ich frage mich: was gilt denn jetzt? Frau Rank, ganz offen gesagt, mir fehlt der Glaube..

So wie ich das sehe, ist dieses neue Konzept noch nicht ausreichend durchdacht und auch nicht gut kommuniziert. Ich merke nicht, dass Rakuten die Bedenken und Argumente seiner Händler ernst nimmt und in einen Dialog tritt; auch wenn dieses von Rakuten sowohl öffentlich als auch in den B2B-Rundschreiben anders dargestellt wird.

In einem wichtigen Punkt rudert Rakuten allerdings zurück: die Einführung der Zwangsanmeldung für Verbraucher – ein Rückschritt in die Steinzeit des E-Commerce und mit uns nicht zu machen – wird rückgängig gemacht.

Richtig ist, dass viele Verbraucher aus guten Gründen kein Kundenkonto anlegen wollen, denn ein Kundenkonto anlegen heißt auch, dem Händler ein gewisses Maß an Vertrauen zu schenken. Und Vertrauen kann man nicht erzwingen, Vertrauen muss man erarbeiten.

Also ein Schritt in die richtige Richtung, aber für uns zu spät und zu kurz gesprungen.

Denn es bleiben – neben anderen Kritikpunkten – noch zwei entscheidende Änderungen, die wir nicht mittragen können:

1. Ein positives Alleinstellungsmerkmal von Tradoria war, dass jeder Händler einen eigenen Shop ganz individuell gestalten und unabhängig vom Portal betreiben konnte. Dieses wird jetzt zugunsten von Rakuten-Connect aufgegeben. Gleichzeitig sollen die Produktseiten der Händler direkt in das Portalangebot von Rakuten integriert werden. Ein absolutes ‚NoGo‘ für uns.

2. Die Rakuten Superpunkte mögen für den einen oder anderen Anbieter ein brauchbares Marketing-Instrument sein. Sie passen aber nicht zu allen Anbietern und allen Angeboten. Die Superpunkte sind nach unserer Auffassung kein erfolgversprechendes Marketingkonzept für Marken, da hiermit eher der Eindruck eines „Ramschladens“ entstehen könnte. Aus diesem Grund können wir Herstellern auch nicht mehr mit gutem Gewissen empfehlen, Markenprodukte über diese Plattform zu vertreiben. Die Ausschüttung nach dem Gießkannenprinzip lehnen wir ab und die Zwangseinführung in allen Rakuten Shops ist für uns ebenfalls ein ‚NoGo‘.

Für diese strategische Neuausrichtung mag es vielleicht auch gute Gründe geben, wir sehen mehr Nach- als Vorteile für Händler und Verbraucher.

Unseren Rakuten-Shop haben wir geschlossen, und wir werden auch nicht mehr über dieses Portal verkaufen.

Und tschüss Rakuten, als Beobachter werden wir Dich weiter auf Deinem neuen Weg begleiten.

Rainer Helmes

Nachgereicht: PIN – Vorschaubild:

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Social Media und der Handel – Domus Apart jetzt auch bei Facebook!

Wie kommen Besucher auf unsere Webseiten – resp. unsere Shopseiten?…

… das ist die wichtigste Frage, die sich alle Anbieter im World Wide Web stellen müssen.

Knapp 75% der Besucher unserer Shopseiten finden uns über Suchmachaschinen und davon kommen über 90% vom Marktführer Google.

Das zeigt, an Google führt z.Z. kein Weg vorbei.

Aber die Bedeutung von Empfehlungen nimmt spürbar zu. Empfehlungen zufriedener Kunden waren schon immer die beste Werbung; und Soziale Netzwerke sind auch Empfehlungsnetzwerke.

Aber darüber hinaus tut sich ja noch viel mehr. Der Handel insgesamt steckt in einer Strukturkrise mitten in einem Strukturwandel – der „Wandel im Handel“ ist offensichtlich; ich bin überzeugt, wir stehen erst am Anfang eines Paradigmenwechsels.

Welche Rolle spielt dabei Social Media.

Um diese Frage zu beantworten, muss dass Undefinierbare definiert werden … die Bezeichnung Social Media löst den noch schwammigeren Begriff Web 2.0 ab. Ich fasse unter Social Media alle die Medien (=Nachrichtenträger) zusammen, die uns eine direkte persönliche Kommunikation ermöglichen. Und genau in dieser persönlichen Kommunikation steckt das Veränderungspotenzial. Der eCommerce wird zum nutzergetriebenen Dialog-Handel.

DomusApart-bei-facebook

Wir suchen den Dialog auf allen Kanälen. Kritiker merken jetzt vielleicht an: „sehr viele Experimente und sehr wenig Konkretes“ – das ist richtig!

Ja; wir sind in einer Experimentierphase!

Und dass der letzte Artikel hier in diesem Blog jetzt schon fast ein Jahr zurückliegt, liegt nicht daran, dass sich bei Domus Apart so wenig tut – ganz im Gegenteil..

DomusApart-bei-twitter

Veränderungen brauchen Zeit; Zeit, die viele nicht haben.

Auf die aus meiner Sicht wichtigsten Trends im Handel gehe ich in den folgenden Artikeln noch ausführlicher ein.

DomusApart-bei-friendfeed

In diesem Beitrag will ich mich noch mit den Sozialen Netzwerken beschäftigen.

Welchen Einfluss hat Social Media auf den Handel als Ganzes?

Da ist zunächst die hohe (Preis-)Transparenz. Preissuchmaschinen machen den Vergleich – relativ – einfach (relativ meint, es gibt natürlich auch Trickser…)

Marken-Hersteller fürchten, dass dieser (ruinöse?) Wettbewerb über den Preis die Marke nachhaltig beschädigt. Zu Recht?!?! – Wie ist Ihre Meinung?

Die Gewinner dieser Entwicklung sind ganz klar die Verbraucher; sie erhalten hohe Qualität zu günstigen Preisen.

Glaubt man den aktuellen Studien – wie z.B. ACTA 2009 – Zentrale Trends der Internetnutzung in den Bereichen Information, Kommunikation und E-Commerce (PDF) – dann stehen dem Internethandel rosige Zeiten bevor – Danke Social Media :-)

Eine Folie der o.g. Präsentation möchte ich besonders unterstreichen:

ACTA2009-Das-Internet-ist-konsumnah

97% der Internetnutzer recherchieren zu Produkten und Dienstleistungen; mehr als 50% stellen Preisvergleiche an, nutzen Herstellerseiten, lesen Testberichte und nutzen Diskussionsforen.

Quelle: ACTA 2009 – Zentrale Trends der Internetnutzung in den Bereichen Information, Kommunikation und E-Commerce (PDF)

Für Hersteller ergeben sich neue Möglichkeiten, direkt auf die Verbraucher zuzugehen und ihre Produkte direkt zu vermarkten. Entsprechende Handelsplattformen werden „wie Pilze aus dem Boden schießen“.

Für Onlinehändler bedeutet das, dass sie sich verstärkt als Dienstleister der Hersteller begreifen müssen, und Dienstleistungen für den direkten Vertrieb sowie die Abwicklung der Zahlungs- und Warenflüsse anbieten.

Rainer Helmes