Lastschriftverfahren – einfach und sicher?

Aus Kundensicht ist das Lastschriftverfahren per Einzugsermächtigung eine sehr gute Sache, denn

  • es ist einfach: der Händler muss sich um die Transaktion kümmern.
  • es ist sicher: eine kurze Anweisung an die eigene Bank genügt, und diese bucht den Betrag zurück.

Etwas Besseres kann man sich als Kunde doch gar nicht wünschen, oder?

Leider ruft diese Zahlungsart auch Betrüger auf den Plan. Denn prinzipiell kann jeder, der die Bankdaten beliebiger Personen kennt, deren Konto belasten.

Weder das einziehende noch das bezogene Kreditinstitut verlangt *zunächst* einen Nachweis, dass der Einreichende überhaupt zum Lastschrifteinzug berechtigt ist.

In diesem *zunächst* liegt das Übel:

Nun hat sich scheinbar in einigen Köpfen der Eindruck festgesetzt, für das Lastschriftverfahren sei eine schriftliche Einwilligung des Zahlungspflichtigen nicht erforderlich.

Das ist falsch! Jeder Kontoinhaber, der über sein Konto Lastschriften einziehen will, muss mit seinem Kreditinstitut eine Inkassovereinbarung abschließen. Diese Vereinbarung enthält u.a. den Passus, dass dem Einziehenden die schriftliche Ermächtigung der Zahlungspflichtigen vorliegen muss! Diese Ermächtigung ist der Bank auf Verlangen vorzulegen.

Der Online Händler tut gut daran, sich die Einzugsermächtigung von den Kunden unterschreiben zu lassen! Dass manche Kunden auf diesen zusätzlichen Bürokratismus schimpfen, kann ich nachvollziehen. Aber leider gibt es zu viele schwarze Schafe …

Ausbaden müssen es die Ehrlichen.

Zahlungsausfälle durch nicht eingelöste oder zurückgeforderte Lastschriften müssen letztendlich alle ehrlichen Kunden mittragen. Deshalb: Lastschriftbetrug ist kein Kavaliersdelikt und sollte m.E. von den betroffenen Online Händlern konsequent zur Anzeige gebracht werden.

Auch müssen m.E. die Banken und Kreditinstitute noch mehr dazu beitragen, dass diese interessante Zahlungsart noch wesentlich sicherer wird.

Finanzkrise, Europa und der Online-Handel

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

Vertrauen ist die Klammer … Vertrauen muss neu gewonnen werden. Kein Staat kann die Probleme alleine lösen; hier ist die Europäische Gemeinschaft gefordert.

finanzkrise02

FR-online.de vom 13. Oktober 2008

Geld- und Warenströme sind global. Künstliche Mauern sind weder möglich noch gewollt.

sepa01Auch der internationale Handel benötigt einheitliche Regeln. Für Europa heißt das, dass die Zeiten der Viel- und Kleinstaaterei endgültig vorüber ist.

Mit SEPA ist Europa auf dem Weg zu einem einheitlichen Zahlungsverkehrsraum, und es ist auch grundsätzlich begrüßenswert, dass die EU Kommision ein einheitliches europäisches Verbraucherrecht plant.

Ein weiteres (eCommerce-) Wachstum in Europa ist nur möglich, wenn die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Alleingänge aufgeben und endlich an einem Strang ziehen.

Wenn die derzeitige Finanzkrise – die auch nur durch gemeinsames Handeln in den Griff zu bekommen ist – zu einem stärkeren Zusammenrücken in der Europäischen Union führt, dann sollte das auch den innereuropäischen (Online-)Handel beflügeln.