Unternehmensziele versus Managementmethoden versus Marketingbegriffe

Als ich kürzlich eine Einladung zu einer abendlichen Veranstaltungsreihe in Händen hielt, in der das Thema „Industrie 4.0“ aus verschiedenen Blickwinkeln vorgestellt werde sollte, habe ich kurz überlegt, ob ich teilnehmen wollte.

Denn als Spezialist für das Digitale interessiert mich natürlich alles, was im weitesten Sinne mit der „Digitalisierung“ zu tun hat und in Zeiten von „Industrie 4.0“ sind Erfahrungen aus den „guten alten CIM Tagen“ natürlich nicht mehr zeitgemäß (Anm.: Achtung: Ironie; CIM = Computer Integrated Manufacturing).

Aufgrund meiner Erfahrungen als Online-Händler habe ich heute allerdings eher die Handelsbranche im Blick, dennoch ist mir das produzierende Gewerbe auch nicht so ganz fremd.

Du macht doch was mit „Internet“? – Ja, ich bin im „Internet“ zuhause!

so oder so ähnlich könnte eine Projektanfrage bzw. -anbahnung auch aussehen.

Wieder ernsthaft; ich greife das Thema „Industrie 4.0“ aus dem Grund auf , da es aus meiner Sicht aktuell stark forciert – um nicht zu sagen ‚gehypt‘ – wird. Zu Recht, wie ich meine, denn der Ansatz ist richtig, auch wenn nur ein Teilaspekt der Digitalisierung betrachtet wird.

„Warten auf Erleuchtung“

schreibt der Wirtschaftspublizist und Medienberater Gunnar Sohn in seiner lesenswerten Kolumne für ‚The European‘.

„In einem Kraftakt möchte Deutschland die sogenannte ‚Industrie 4.0‘ einführen – und damit die Industrie vernetzen. Bislang ruft das Konzept aber bloß Ahnungslosigkeit hervor.“

„Industrie 4.0“ ist zunächst nicht mehr und nicht weniger als ein reiner Marketingbegriff, genau wie vor Jahren „computer integrated manufacturing“ oder „das papierlose Büro“.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert wie folgt:

„‚Industrie 4.0‘ ist ein Marketingbegriff, der auch in der Wissenschaftskommunikation verwendet wird, und steht für ein ‚Zukunftsprojekt‘ der deutschen Bundesregierung. Die sog. vierte industrielle Revolution zeichnet sich durch Individualisierung bzw. Hybridisierung der Produkte und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in die Geschäftsprozesse aus.“

Nun gilt es, den Marketingbegriff „Industrie 4.0“ mit Leben zu füllen.

Die Pattform Industrie 4.0 definiert die Chancen:

Made in Germany – das zählt gerade im Maschinen- und Anlagenbau als wichtiges Qualitätssiegel: Deutschland ist führend in der Ausrüsterindustrie. Damit das auch in Zukunft gilt, ist es zentral, die Möglichkeiten der Industrie 4.0 frühzeitig zu erschließen. Denn der Wandel, angeschoben durch ITK, wird kommen. Und wir sollten ihn mitgestalten. Nur so sichert sich Deutschland dauerhaft eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb – und die Chancen, die Industrie 4.0 mit sich bringt.

Nach meiner Einschätzung sind nicht wenige Mittelständler eher irritiert als ahnungslos.

An dieser Stelle kann ich nun den Bogen spannen zu den Unternehmenszielen und den Managementmethoden.

Fazit und langer Rede kurzer Sinn

Ausschlaggebend für den Erfolg einer Unternehmung ist ausschließlich, die – richtigen! – Ziele zu setzen, diese konsequent zu verfolgen und umzusetzen!

Es gibt nur einen Kerngedanken, von dem sich alles andere ableiten lässt: Das Unternehmen muss sich voll und ganz auf seine Kunden konzentrieren!

Ziele zu setzen und zu erreichen, dabei helfen Managementmethoden – wie z.B. Value Management und das Methodensystem der Wertanalyse oder auch Quality Function Deployment mit dem sog. House of Quality sowie Berater, die die von ihnen eingesetzten Methoden – hoffentlich – beherrschen.

Die Managementmethoden dürfen aber niemals Selbstzweck sein; sie sind immer nur ein Weg, um Ziele zu erreichen. Sehr oft führen viele Wege nach Rom; sprich verschiedene Methoden führen zum Ziel – vorausgesetzt, die Methoden werden richtig angewandt.

Die „eingängigen“ und „wohlklingenden“ Marketingbegriffe sind gut und schön – und dazu zähle ich u.a. auch „Industrie 4.0“ sowie „Social Media“ oder „Enterprise 2.0“, (bitte beliebige weitere Schlagwörter einsetzen); sie sind auch sinnvoll, wenn jeder weiß, was gemeint ist; es sind aber auch immer nur Namen und Namen sind – frei nach Goethe – sprichwörtlicher Schall und Rauch.

In diesem Sinne wünsche ich gute Unternehmensziele und viel Erfolg bei der konsequenten Umsetzung
Rainer Helmes

Neue Herausforderungen in 2015

Die MiFoMM OHG vollzieht in 2015 den Schritt vom (Online-)Händler zum Dienstleister für Händler und Marken-Hersteller.

Unser Arbeitsschwerpunkt ist der Aufbau und die Optimierung von EDV-gestützten Backoffice*-Prozessen – im weitesten Sinne mit Fokus auf Strategie, Organisation und Technologie.

[* Anm.: Backoffice: Teile (bzw. Prozesse) eines Unternehmens, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sondern für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit notwendig sind.]

Weiter unterstützen wir Marken-Hersteller und Händler bei der strategischen und organisatorischen (Neu-)Ausrichtung für den internationalen E-Commerce.

Hierzu bringe ich Branchenerfahrung aus mehr als 20 Jahren als Händler und als Berater, Moderator und Wertanalytiker mit.

Die Handelslandschaft ändert sich; und die Auswirkungen des Strukturwandels sind nun offensichtlich auch in der Politik angekommen … ein Beispiel von vielen:

HDE-Präsident Josef Sanktjohanser fordert angesichts des Strukturwandels im Handel wachstums- und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen von der Politik ein.

Ich meine: Es ist Zeit für Fördermaßnahmen von Land, Bund und EU … das wird Schwerpunktthema hier im Blog.

Interessant erscheint mir folgender Hinweis:

Innovationsgutscheine für KMU bis 15.000 EUR möglich!

Innovationsgutscheine_KMU

Aus:  „Auf den Punkt – Informationen für die Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein„. Ich werde diesbzgl. nachfragen.

Ein weiteres wichtiges Thema für uns ist unsere Marke.

Domus Apart stand seit 2006 für unser Sortiment: Edles Design für Haus und Garten.

Domus Apart bringt aber auch den „Plattform-Gedanken“ für Präsentation und Vertrieb von qualitativ hochwertigen Marken-Artikeln zum Ausdruck.

Wir bieten unsere Dienstleistung und Beratung weiter unter der Marke Domus Apart an.

MiFoMM – Namensbestandteil unserer Firma –  ist 2005 entstanden aus der Idee zu einer Plattform, die Menschen und Märkte verbindet: Mittelstand Forum Menschen Märkte.

So eine Plattform können wir als kleines Unternehmen alleine nicht verwirklichen; in Kooperation ist vieles möglich.

Auch nicht zu vernachlässigen: Social Media „richtig“ nutzen.

Z.Z setzen wir „Social Media“ im professionellen Umfeld nur „halbherzig“ ein. Es wird eine richtige Herausforderung, die verschiedenen Social-Media-Kanäle, die ich z.Z. überwiegend privat und zu Testzwecken nutze, so zusammenzuführen, dass ein ganzheitliches Bild entsteht. Ich werde es versuchen.

Ausführlicher hierzu habe ich in meinem Einfach-Machen-Blog geschrieben: In 2015 wieder mehr Social Media wagen?

Auch wir wünschen an dieser Stelle noch allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches 2015!

Rainer Helmes

Der Handel und das Internet

Das E-Commerce-Center Handel veröffentlicht erste Ergebnisse der vom BMWi geförderten aktuellen Studie „Internet im Handel 2008″.

Die Studie geht der Frage nach, wie kleine und mittelständische Händler das Internet nutzen.

„Während einige bereits aufwändige Anwendungen im Bereich des Kundenservice realisiert haben und teilweise bereits erhebliche Online-Umsätze erzielen, nutzen andere Unternehmen das Internet noch überwiegend für Online-Banking, E-Mail-Kommunikation und Informationsrecherche.“
Dr. Kai Hudetz, Leiter des E-Commerce-Center Handel

ecc081120

Aus: Kurzauswertung Internet im Handel 2008
Zentrale Ergebnisse der Studie des ECC Handel

Gefunden bei KMTO – Marketing Welten: Internet im Handel 2008.